In dieser Kategorie werden alle bauhistorischen und restauratorischen Befunde des Schlosses systematisch dokumentiert. Dazu zählen sowohl konstruktive Elemente als auch Ausstattungsreste wie Putze, Farbfassungen oder Tapeten. Die Zusammenführung dieser Befunde dient der Rekonstruktion der Bau- und Nutzungsgeschichte des Schlosses.
Der vorliegende Befund umfasst ein Fragment einer textilen Wandbekleidung, das im Bereich eines Appartements links des Gartensaals des Schlosses Angern geborgen wurde. Das Fragment ist unregelmäßig ausgebrochen und stark fragmentiert. Es zeigt ausgeprägte Alterungs- und Zersetzungserscheinungen, darunter Faserzerfall, Materialverluste, Delamination sowie oberflächliche Verschmutzungen und mineralische Verkrustungen.

Die vorliegenden Bildquellen dokumentieren zwei Innenräume des Schlosses Angern, die hinsichtlich ihrer Wandgestaltung einen aufschlussreichen Einblick in die Ausstattungsphase der Mitte des 19. Jahrhunderts geben. Während das erste Bild ein Kabinett zeigt, lässt sich anhand des zweiten Bildes der sogenannte Gartensaal analysieren. Beide Räume stehen im Kontext der archivalisch belegten Umgestaltung des Schlosses um 1845 und ermöglichen eine differenzierte Betrachtung der Wandtapeten im funktionalen und stilistischen Zusammenhang.

Die Entwicklung der Wandbekleidungen im Schloss Angern vom barocken Neubau in den 1730er Jahren bis zur archivalisch belegten Umgestaltung um 1845 lässt sich auf außergewöhnlich dichte Weise aus schriftlichen Quellen und materiellen Befunden rekonstruieren. Dabei zeigt sich keine lineare, sondern eine mehrphasige Entwicklung, in der sich technische Innovation, ökonomische Erwägungen und modische Veränderungen überlagern. Die Tapetenfunde aus Angern dokumentieren nicht nur den Wandel von Textil zu Papier, sondern auch die Ablösung handwerklicher Drucktechniken durch industrielle Herstellungsverfahren.
Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um ein Fragment einer Wandtapete, das unmittelbar auf einem mineralischen Untergrund, vermutlich Kalkputz, haftet. Das Fragment ist unregelmäßig ausgebrochen und befindet sich in einem stark degradierten Zustand. Neben Verlusten der Trägersubstanz sind Delaminationen, Randabbrüche sowie oberflächliche Verschmutzungen und Verkrustungen zu beobachten, die auf eine längere Einwirkung von Feuchtigkeit und mechanischer Beanspruchung schließen lassen.

Die Frage, wann in Schlössern, die um 1735 errichtet wurden, typischerweise die erste gestalterische Neufassung einsetzte, berührt zentrale Aspekte der Adels- und Baugeschichte des 18. Jahrhunderts. Sie lässt sich nicht allein über abstrakte Stilgeschichte beantworten, sondern muss aus dem Verhältnis von Bauzeit, Erstausstattung, Nutzungsdauer und späteren Umbauphasen entwickelt werden. Für Schloss Angern ist diese Fragestellung besonders ergiebig, weil hier einerseits die Errichtung des barocken Neubaus in den 1730er Jahren archivalisch belegt ist und andererseits mit dem Inventar von 1752 ein ungewöhnlich dichter Nachweis der frühesten Innenausstattung vorliegt.
Der vorliegende Befund umfasst mehrere zusammengehörige Fragmente einer Wandtapete, die auf einem hellen Untergrund präsentiert sind. Die Stücke sind streifenförmig erhalten und zeigen eine stark fragmentierte, jedoch in ihrer ursprünglichen Ausdehnung rekonstruierbare Gesamtfläche. Die Bruchkanten sind unregelmäßig und weisen typische Alterungs- und Zersetzungserscheinungen auf, darunter Delamination, Materialverlust und Randzerfall.